Obec Solenice

vesnička ve středním povltaví

Hochwasser August 2002

 

In dieser Zeit haben wir in Erinnerung das vor 10 Jahren gekommene vernichtende Hochwasser im Jahre 2002. Für die meisten Leute ist es zwar ein trauriges Ereigniss, aber wir möchten doch ein wenig zurück denken.

 

Der folgende Text beschreibt die vernichtenden Ereignisse im Jahre 2002 und wurde in die Gemeindechronik eingetragen.

 

„ Der Sommer ist wirklich launisch. In Abschnitten von 3 – 4 Tagen übergehen über dem Mitteleuropagebiet Regenfälle mit Gewitter gewechselt von Hochsommertemperaturen. Aus Osterreich und Bayern kommen Nachrichten über katastrofale Gewitter und Überschwämmungen. Anfang August betraffen Ansturmregen Süd- und Westböhmen. Es erhebt sich der Tiefwasserspiegel und der Boden wird übersättigt von übermässiger Wassermenge.Trotz der scheinbaren Reserve im Talsperrebehälter füllt, sich der See sehr schnell. Die Wassertemperatur im Behälter ist am 2.8.2002 22 Grad C.

Am Dienstag, den 6.8. warnten die Meteorologen vor drohendem Hochwasser. Die Vorhersage ging in Erfüllung. Am 7.August ab 13 Uhr leiten den Durchfluss der Moldaukaskaden die zuständigen Organe ohne Rücksicht an den Betrieb des Kraftwerks zu nehmen.

HOCHWASSER

Erste Welle

Am 8. und 9.August kommt die erste Überschwämmungswelle nach Südböhmen und es folgt die erste Evakuation der bedrohten Personen in Český Krumlov (Böhmisch Krumau), in České Budějovice (Budweiss) und die ersten Hochwasseropfer in Varvažov im Kreis Písek.

 

8. AUGUST

Die Talsperre Orlík lässt das Wasser aus dem See schon in den Spätnachmittagstunden am 8.8. ab. Der Damm und die Umgebung sind voll von Menschen, Voda se nekontrolovatelne vali pres prehradudurchfahrenden und parkenden Autos. Die Menge ist undiszipliniert und auf der Brückenstrasse kommt es zu einem Unfall zwischen Auto und Fussgänger. Kein Wunder, niemand will sich diese Schau, die man nicht jeden Tag sieht, entgehen lassen. Der Wasserstrom rollt und rollt,nimt Alles, was im Weg steht mit, auch verschiedene Fischarten, die von manchen mutigen Leuten an der Brücke bei Zavadilka aus dem wilden Wasser gezogen werden. Betäubte Fische sind auch an Stellen um die Ufer, dort wo der Strom nicht so wild ist. Der See in Kamýk an der Moldau wird voll, der Fluss in Solenice steigt.

 

9.AUGUST

Am 9. August stieg dass Wasser über die Ufer an der Bushaltestelle. Die neu reparierten und gestrichenen Bänke stehen schon im Wasser. Zum Glück wurde das Wetter ein bisschen vernünftiger und der Moldauabfluss unter Solenice sank. Dann kam aber ein verregnetes Wochenende. Das strömende Wasser rollte über den durchnässten Boden und füllte auch kleine Bäche. Ein sonst geringes Bächlein, das von Chlum am rechten Moldauufer hinunter fliesst, hat stellenweise eine Breite von 2 Metern und ist in den Durchschlägen 1 Meter tief. Mit einer unglaublichen Kraft schleppt es Stein, Schlamm und Holz mit. Auch der Líšnický-Bach wird immer stärker und Füllt sich von seiner Mündung ab mit Wasser von der Moldau. Zu den Häusern unter den Abhängen in Dolní Líšnice bringt das Wasser Laub, Stein und Schlamm.

 

ZWEITE WELLE

12. AUGUST

Heute gibt es Maximum der Perseide Meteoritten. Wer hat aber schon zu dieser Ziet Lust sich das leuchtende Tun am Himmel anzusehen? Auch das Wetter eignet sich nicht dazu – ständig regnet es. Die Wässer in Süd- und Westböhmen sind überschwämmt. Die Tschechische Regierung macht in den betroffenen Gebieten den Notstand bekannt. Die Talsperre Orlík lässt 1160Qm/Sec.aus. In der Nacht verdoppellt sich der Zufluss und man erwartet Erhöhung auf 4000Qm/Sec.Es wird hundertjähriges Wasser erwartet. (Alle Nummerangaben wurden nach dem Blatt ZPRAVODAJ ČEZ benutzt).

Allen Gemeinden und Orten unter der Talsperre und der ganzen Moldau entlang droht Überschwämmung. Es werden Hochwasserstufen der aktuellen Situation nach bekannt gemacht. Hochwasserkomisionen und Stäbe stehen in Bereitschaft und füllen ihre Aufgaben.

 

13. AUGUST

In Solenice werden Erdgeschosse in den Bauten nahe der Moldau ausgeräumt. Die Zeit ist knapp und so werden wenigstens die notwendigsten SaZastavka Solenicechen aus der Reichweite der erwarteten Moldauerhöhung entfernt. Es werden auch Dämme aus Sandsäcken aufgebaut und Eingänge der Häuser abgedichtet. Hilfe leistet die Feuerwehr, die Polizei und viele Ortliche. Die Kinder aus dem Kinderheim kommen in die Turnhalle. Das Gemeindeamt und die Polizei zieht in die Schule um. Manche Einwohner verbringen die erste Nacht am Dachboden, andere wollen ihre nassen Hütten und Häuser über die ganze Zeit der Überschwämmung nicht verlassen. Einige finden Unterkunft bei Nachbarn und Freunden. Der Zufluss in den Orlík-See erhöhte sich auf 4400Qm/Sec. Unter der Talsperre im Moldauflussbett rollt ein schaumiger, schrecklicher Strom. Im Kraftwerk steigt das untere Wasser. Gegen 8 Uhr Morgens fällt die erste Turbine aus und allmählich die weiteren. Alle, die im Betrieb sind, retten, was zu retten ist. Ins Kraftwerk kommt nur mit Mühe über die überschwämmte Strasse ein Segment mostovkyMilitär LKW. Mit den gelieferten Pumpen pummpte man mit Hilfe der Kraftwerkzentralen etwa eine Stunde das Wasser. Das Wasser steigt jedoch bis auf 25cm/Stunde, drängt in die inneren Räume auch von oben ein. Es kommt der Befehl zur Evakuation des Kraftwerks, um 16.56 Uhr wurde das Kraftwerk abgestellt und zum Leid Aller wurde es sinem Schicksal gelassen. Aus dem Kraftwerk sind alle Angestellten durch den Notausgang und dem Abhang Kostínek gesund herausgekommen. Die Strasse nach Solenice steht schon unter Wasser und so bleibt nichts Anderes übrig, als über die Abhänge über Dolní Líšnice und Solenice nach Hause zu gehen. Von Zavadilka bis Mrtevna ist das untere Teil von Solenice überschwämmt. Das Wasser nimmt alles mit: den Bootshafen, Verkaufsstände, Bleche von der Bushaltestelle, Holzscheite, stellt die Tankstelle, die Wasserreinigung und den Kesselraum ab. Gegen 18 Uhr reisset es den ersten Segment der Brücke an der Seite bei Solenice ab.

 

14. AUGUST

Der maximale Spiegel des Retenzraums wurde um 150cm überschritten. Das Wasser rollt durch alle Lücken in der Talsperre. Dort, wo man noch im Juli einen linksufrigen Manipulationsraum gebaut hat, rollt der wilde Moldaustrom. Am rechtem Ufer fand der Flusss seinen Weg durch den Schiffkanal. Die Durchfahrt unter der Brückenstrasse auf der Dammkrone wurde durch einen Säckedamm geschützt. Das Wasser stieg hier in eine Höhe von 130 cm und blieb knapp unter zwei oberen Säckeschichten stehen. Wird die Talsperre den Andrang des Wassers überstehen? Der Damm ist wieder voll von Menschen – „Hochwasserturistik“. Manche nehmen diese Katastrofe als eine Atraktion wahr, man kann es ihrem Ausspruch nach beurteilen: „Eine prächtige Tschechische Niagara“. Besnici zivel se ukazal v plne sileWahrscheindlich ist ihnen das Hochwasser glücklicherweise ausgewichen. Unter der Talsperre tollt der Strom, veschmutzt von allem Möglichen, inklusiv vom Öll aus dem Kraftwerk. Fenster und Türen der überschwämmten Solenicer Häuser gehen kaputt, Bäume werden umgestürzt. Scheinbar zum erstenmal in der Geschichte greifft das Wasser bis zum höchstgelegenen Haus am Bočín. Die beschädigte Brücke zu Zavadilka steht immer noch. Der Wasserspiegel in Solenice stabilisiert sich. Es gibt nur eine einzige Zutrittstrasse von Větrov. Soldaten und Polizisten bewachen alles nicht nur hier sondern auch an der Kreuzung in Dolní Líšnice und auf dem Damm. In Solenice gibt es kein Trinkwasser und ab und zu auch keinen el.Strom. Die Hochwasser- kommision löst Zulieferung von Trinkwasser und weitere notwendige Hilfe. Auch Probleme mit Ersatzunterkunft und Hilfe, um die die Betroffenen bitten ist dringend zu lösen. Es ist eine auserordentliche Situation und eine grosse arbeitliche und psychische Belastung für alle. Die Lebensmittelversorgung ist dank dem hiesigen Geschäft nicht bedroht. Die Launen und Gefühle der Leute, die von der Überschwämmung unmittelbar bedroht wurden, sind nur schwer zu beschreiben : Angst, Unsicherheit, Leid und das Gefühl einer vergeblichen Lebenslangen Arbeit. Vielleicht nur ein kleiner Trost, dass anderswo die Leute noch viel schlimmer daran sind. Für wichtig halten wir hauptsächlich das, dass niemand im Ort ums Leben gekommen ist, niemandem hat das Hochwasser sein Haus genommen. In Prag fliest durch die Moldau 5350Qm/Sec., möglichst auch mehr. Man spricht vom tausendjährigen, vielleicht vom zehntausendjährigen Wasser. Bei Prag entstand ein riesiger See. Bedroht ist die Karlsbrücke, die historischen Objekte auf der Insel Kampa,weiter die Viertel Karlín oder Holešovice. Die Metro ist überschwämmt. Das Hochwasser zieht zur Elbe und bedroht die Elbebene. Zehntausende von Menschen wurden evakuiert, viele kamen um ihr Zuhause. Unser Land erlebt schwere Tage.

 

15. AUGUST

Das Wasser ist endlich gesunken und zieht sich zwar langsam aber doch zurück, es scheint, dass die Kulminationswelle vorbei ist. Am schlimmsten ist der erste Moment,in dem der abtretende Spiegel alle Schäden entdeckt. Man kann auch ins Kraftwerk hinein treten. Schlamm, Gestank, vernichtete Einrichtung, die Strasse zum Kraftwerk ist teilweise verschwunden, die nach Solenice schwer beschädigt. In den Häusern fängt man an, die Schäden zu beseitigen. Die Erdgeschosse sind in schrecklichem Zustand. Schlamm, kaputte Möbel und Einrichtung, Keller voller Wasser. Ein immer gleiches, deprimierendes Schaubild in allen betroffenen Objekten.

 

16. AUGUST

Die Strasse von Solenice nach Bohostice ist schon durchfahrbar. Mitglieder der Feuerwehr in Solenice helfen beim pummpen in beschädigten Häusern. Nach Solenice kommen Freiwillige Arbeiter,die bereit sind bei der Schadenlikvidation zu helfen. Die Polizeiangehörigen räumen nicht nur ihr eigenes Objekt aus sondern helfen überal, wo es nötig ist. Im Kindergarten helfen z.B.Personen vom Bezirksgericht mit. Die Hochwasserkomision organisiert Zuteilung der Humanitärhilfemittel. In die Gemeinde kommt Mechanisationshilfe von der Landwirtsschaftsbauvereinigung, Militär u.a. Man ist dankbar für jede Pummpe, jeden Wassersauger oder Kontainer. Allen Betroffenen helfen Nachbarn, Familien, Verwandte. Alle sind sich bewusst, dass dies nur der Anfang eines langen, mühsammen Wegs zum Aufbau mit grossen finanziellen Kosten sein wird.

 

19. AUGUST

Die Moldau ist in ihr Flussbett zurückgetreten. Die dritte Hochwasserstufe wurde aufgehoben. Im Wasserwerk werden Pummpen repariert, die Wassertankstelle hat die Waserlieferung für Příbram erneut. Ein paar sonnige Tage nach der Überschwämmung sind eineVoraussetzung für erfolgreiche Schadenlikvidation. Tägliche Nachrichten und Wetterhervosagungen sind in dieser Zeit sehr ausführlich. Das Fernsehprogramm und der Rundfunk bringen während der Übeschwämmungen den ganzen Tag über Hochwasserberichte, helfen die wichtigsten Informationen möglichst schnell zu verbreiten, raten beim Organisieren. Für die betroffenen Gebiete dauert der Notstand bis zum 31.August, in einigen Gebieten sogar bis zum 30.September.

 

In folgenden Hinweisen sind Artikel aus der Zeit des Hochwassers und aus der Gegenwart nur in Tschechischer Sprache zu finden.

 

Britské listy

web Stará Vltava

Příbramský deník – Příběh vody 3 – 5 let po povodni

Příbramský deník 10 let po povodni

Náš domov: Lidé v Solenicích přehradě věří

 

Hier sind Fotos über die Überschwämmung zur Zeit und nach 10 Jahren zu finden.